Lauf #5 – Hungaroring

Diesen Sonntag, 13.03.2022, startet das 5. von 12 Meisterschaftsrennen der United-Simracer auf dem Hungaroring.

Die Meisterschaft

Auch im 4. Rennen in Le Castellet gab es wieder einen neuen Sieger. Marek Musiol konnte sich dank einer starken Pace mit 3 Sekunden Vorsprung auf Christian Fleißner den 1. Platz sichern. Eduard Wiens kam trotz gewohnt guter Pace wegen seiner “Bonus”-Sekunden nur auf den 6. Platz, sodass Christian Fleißner mit 2 Punkten die Meisterschaftsführung übernehmen konnte.

Diese 3 zeigen sich derzeit als Meisterschaftsfavoriten und haben schon einen Abstand von 20 Punkten auf den viertplatzierten Marcus Hartmann aufgebaut. Allerdings ist die Saison bekanntermaßen noch lang.

Die Strecke

Das selbsternannte “Home of British Motor Racing” mit einer Historite, die bis in das Jahr 1948 zurückreicht, ist eine der traditionsreichsten Strecken im Kalender.

Die nach dem 2. Weltkrieg verlassene Militärbasis der Royal Air Force wurde bereits 1947 jedoch zu diesem Zeitpunkt inoffiziell von einigen motorsportbegeisterten für ein paar Rennen genutzt. Ein Teilnehmer überfuhr bei einem der ersten Events ein Schaf, weshlalb diese Veranstaltung als “Mutton (=Hammelfleisch) Grand Prix” bezeichnet wurde.

Mit den Jahren wurde das Ganze allerdings etwas professioneller aufgezogen. Der Royal Automobile Club war zu dieser Zeit auf der Suche nach neuen Standorten und der ehemaliger Flugplatz mit seiner Infrastruktur bot sich hierfür an. James ‘Jimmy’ Brown wurde damit beauftragt den ersten Grand Prix zu veranstalten – keine leichte Aufgabe, da man ihm hierfür lediglich 2 Monate Zeit gab. Allerdings schaffte er nicht nur das, sondern leitete auch die Entwicklung der Strecke für die nächsten 40 Jahre maßgeblich. Der Streckenverlauf vom 1. Grand Prix im Herbst 1948 hatte mit der heutigen Strecke nur wenig zu tun. Begrenzt wurde die Strecke, die noch über die Runways führte, durch Ölfässer und Strohballen. Seile dienten als Absperrung für die Zuschauer. An einer Stelle in der Mitte der Strecke führten 2 Haarnadelkurven genau aufeinander zu. Man spannte Tücher auf, damit die Fahrer zumindest nicht ansehen mussten, was frontal auf sie zukommt.

Schon im nächsten Jahr änderte man diese Streckenführung allerdings, sodass nur noch außen herum auf den Zufahrtsstraßen gefahren wurde.

Im Mai 1950 wurde hier erneut Geschichte geschrieben, als das erste Formel 1 Rennen unter den Augen der Queen in Silverstone stattfand. 1952 erfolgte die Übernahme durch den British Racing Drivers’ Club (BRDC) und die Strecke inkl. der Boxenanlagen wurden weiter verbessert, insbesondere auch der kürzere Club-Circuit. Der BRDC pachtete 1961 weiteres Land rund um die Strecke um die Anlage in Zukunft weiter auszubauen. Nach 2 Unfällen in der wie damals üblich “offenen” Boxenanlage ohne eigene Boxengasse erfolgte auch hier 1964 ein Umbau, um die Sicherheit zu erhöhen. Schließlich kaufte der BRDC im Jahr 1971 das gesamte, fast 3 km2 große Gelände vom Verteidigungsministerium ab.

Besonders in Erinnerung blieb der Formel 1 Grand Prix 1973 als Jody Scheckter nach der ersten Runde die Kontrolle über seinen McLaren verlor und damit den zu diesem Zeitpunkt größten Massencrash auslöste. Dieser Vorfall offenbarte auch, dass das Risiko für die Zuschauer durch Trümmerteile in Silverstone zu hoch war, deshalb zog die Formel 1 für das nächste Saison nach Brands Hatch um. Allerdings erfolgte die Rückkehr bereits im nächsten Jahr, diesmal mit einer neu errichteten Schikane im Streckenabschnitt Woodcote. Trotz der Schikane wurden jedoch die Geschwindigkeiten auf dem High-Speed-Kurs immer schneller. In der Turbo-Ära fuhren die Autos in der Schikane sogar schneller als vormals in der Woodcote Kurve. 1985 erreichte Keke Rosberg im Qualifying eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 257 km/h, zusätzlich lagen 3 weitere Fahrer bei über 255 km/h. Erneut fuhr man im nächsten Jahr in Silverstone nicht und zog nach Brands Hatch um. 1987 erfolgte die Rückkehr, wieder wurde die Ecke bei Woodcote durch die Errichtung der Luffied-Kurve stark umgebaut. Modernisierungen gab es auch an der Boxenanlage und am neuen Pressezentrum.

Die nächsten großen Änderungen erfolgten in den 1990ern. Copse Corner wurde etwas verängt und die neue Maggotts/Becketts/Chapel Kurvenkombination wurde gebaut. Auch die Stowe Kurve wurde änger gemacht und die Abschnitte Vale und Club neu gebaut. Nach den tödlichen Unfällen von Ayrton Senna und Roland Ratzenberger war man noch mehr auf die Sicherheit bedacht und weitere Umbauten an einigen Kurven wurden durchgeführt, die jedoch bei den Fahrern nicht sonderlich beliebt waren. So suchte man in den nächsten Jahren in Abstimmung mit den Fahrern immer wieder nach besseren Lösungen, insbesondere für die Stowe-Kurve und die Priory/Brooklands/Luffield Passage.

Anfang der 2000er Jahre war die Zukunft für Silverstone dennoch wieder unsicher. Die Formel 1 machte Pläne, erneut in Brands Hatch und in Donington zu fahren. In Silverstone begann man sich ein neues Haupt-Event zu suchen und die Wahl fiel auf die MotoGP. Damit wurde auch klar, dass man die Strecke erneut umbauen musste. Nachdem der Deal mit Donigton aufgrund finanzieller Unstimmigkeiten jedoch scheiterte, konnte Silverstone eine neue Vereinbarung mit der Formel 1 machen. Bernie Ecclestone stellte jedoch einige Forderungen: So wurde der neue “Wing”-Paddock und und der neue “Arena”-Streckenabschnitt gebaut. Auf der neuen Strecke wurde 2010 das erste Mal gefahren, die neue Boxenanlage wurde 2011 geöffnet. Im Gegensatz zur Formel 1 nutzen die meisten anderen Rennserien jedoch bis heute die Boxenanlage auf der “alten” Start/Ziel-Geraden.

Mit dem ersten Formel 1-Rennen im Jahr 1986 war der Hungaroring am Rande der Gemeinde Mogyoród der erste Austragungsort der Königsklasse hinter dem “Eisernen Vorhang”. Dabei reicht die Tradition des Motorsports in Ungarn bis in die 1930er Jahre zurück, als noch auf einem Straßenkurs in Budapest Rennen ausgetragen wurden.

Nach dem 2. Weltkrieg ging es mit dem Motorsport im Land nur langsam voran, zunächst vor allem mit Nachwuchs Formel-Serien auf einem Flugplatzgelände in Budapest, dem Népliget Circuit.

In den 1980er Jahren begann Ungarn vermehrt den Tourismus zu fördern, so entstand schließlich die Idee ein Formel 1-Rennen auszurichten. Die bisherige Strecke erwies sich dafür als nicht brauchbar und so wurde auf einem Gelände in der Nähe von Budapest in nur 8 Monaten (zu dem Zeitpunkt Rekord-Bauzeit für eine F1-Strecke) der Hungaroring errichtet.

1986 konnte das erste Formel 1-Rennen vor 200.000 begeisterten Fans stattfinden. Weniger begeistert waren jedoch die Fahrer über die Strecke. Der Kurs war eng, mit einer im Vergleich zu heute noch kürzeren Start/Ziel-Geraden und einer unplanmäßig gebauten S-Kurve anstelle der aktuellen Kurve 3, da sich dort eine Wasserquelle befand. In dem Areal mit vielen Grünflächen und den für Zuschauer sehr schönen Naturtribünen gab es logischerweise auch Beschwerden von Fahrern über das Grip Level. Überholen war extrem schwer bis unmöglich, berühmt wurde jedoch ein Überholmanöver von Nigell Mansell gegen Ayrton Senna, als dieser beim Überrunden auf einen Moment zu lang zögerte.

1989 gab es einen Umbau als endlich die S-Kurven an der Wasserquelle entfernt werden konnten. Dieses Layout wurde bis 2002 gefahren, so auch beim berühmten Sieg von Michael Schumacher mit der 3-Stopp-Strategie 1998.

2003 wurde die Start/Ziel Gerade verlängert und die 1. Kurve verengt. Der Umbau hat sich gelohnt, seitdem gibt es in den ersten 3 Kurven regelmäßig gutes Racing zu sehen, wie in der letzten Formel 1-Saison zwischen Lewis Hamilton und Fernando Alonso.

Für die United Simracer ist es das 3. Rennen auf dieser Strecke mit ACC. Zuletzt fand das 9. Saisonrennen in der 1. JH 2021 hier statt

Vorschau auf das Rennen

Das gute Wetter in der bisherigen Saison scheint sich fortzusetzen. Am Rennwochenende sind zwar etwas kühlere, aber trockene Bedingungen angesagt. Was das Setup angeht müssen die meisten Fahrer hier auf viel Grip und Abtrieb setzen, um in den kurvenreigen Passagen keine Zeit zu verlieren.

Auch bei den Trainingszeiten setzt sich der Trend aus den letzten Saisons fort: Aktuell liegen die ersten 12 innerhalb einer Sekunde, besonders das Mittelfeld wird wieder viele spannende Zweikämpfe liefern.

Noch dazu gibt es diesmal gleich 5 Fahrer, die ihre Erfolgs-Sekunden an der Box absitzen müssen (–> http://apps.rennzeit-tv.de/race_result/championship.php?id=56)

Wie gewohnt gibt es das Rennen wieder im Livestream bei Rennzeit-TV zu sehen.

NameSilverstone Grand Prix Circuit
Länge5,141 km
Quali19:00 Uhr
Rennenca. 19:25
Rennlänge70 min.
BoxenstopfensterNein
 Pflichtboxenstop Ja, ohne Tank-oder Reifenwechselpflicht
Beitragsbild © United-SimRacer.eu
Streckeninfos RacingCircuits.info

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