Lauf #11 – Snetterton

Diesen Sonntag, 05.06.2022 startet (tatsächlich!) das vorletzte Saisonrennen der United-Simracer GT3 Saison 1. JH 2022.

Die Meisterschaft

Eduard Wiens und Christian Fleißner werden die Meisterschaft unter sich ausmachen.
Ed führt derzeit mit 7 Punkten Vorsprung. Zu beachten ist jedoch das Streichergebnis: Nach dem vorletzten Rennen verliert Ed hierdurch 12 Punkte, Christians schlechtestes Ergebnis waren 15 Punkte. Der virtuelle Vorsprung liegt also zum jetzigen Stand bei 10 Punkten unter der Voraussetzung, dass beide im letzten Rennen ein gutes Resultat erzielen.

Außerdem haben beide jeweils 3 Siege und 2. Plätze. Durch einen dritten Platz im letzten Rennen in Snetterton hat Ed jedoch ein Podium mehr.

Einen kleinen Vorteil hat Christian, um den Rückstand aufzoholen: Ed muss 40 Sekunden an der Box stehen bleiben, Christian “nur” 30. Das macht es zwar für Christian selbst nicht einfach, viele Punkte einzufahren, aber immerhin hat er so einen 10 Sekunden Vorsprung auf Ed.

Diese Saison ist weiterhin spannend wie lange nicht mehr. Christian Fleißner konnte mit seinem Sieg in Zolder den Rückstand auf Eduard Wiens wieder etwas verkürzen. Die beiden trennen nur noch 14 Punkte, wobei Christian zum akutellen Stand durch das Streichresultat 15 und Ed nur 12 Punkte verlieren würde.

In der Teamwertung scheint ConceptX Racing fast uneinholbar vor Destrictus und GODZILLA Racing zu liegen.

Die Strecke

Das Autodromo Internazionale Enzo e Dino Ferrari befindet sich in einer Gegend, in der schon lange Rennen gefahren werden. Bereits 80 v.Chr. wurde in der Nähe der heutigen Rennstrecke ein Amphitheater für antike Pferderennen gebaut. Die Pläne für den Motorsport begannen in den 1940er Jahren. Durch den Bau einer neuen Straße sahen einige Motorradfahrer die Gelegenheit, hier Rennen zu fahren. Der Grundstein für die Strecke wurde schließlich im März 1950 gelegt, sogar Enzo Ferrari war anwesend. 2,5 Jahre später begannen die ersten Tests. Das Layout der Strecke, die damals einfach nur ein paar vorhanden Straßen zusammenführte, entsprach damals schon ziemlich geau dem heutigen, allerdings wurde über die Jahre sehr viel an der Strecke verändert. Ursprünglich nach dem Fluss Santerno benannt, wurde die Strecke 1970 nach dem verstorbenen Sohn von Enzo Ferrari und 1988 nach dem Tod von “Il Commendatore” in “Autodromo Internazionale Enzo e Dino Ferrari” umbenannt.

Die ersten Rennveranstaltungen starteten 1953. Zunächst für Motorräder, etwas später auch für Sportwagen. Erst 1963 wurde das erste internationale Rennen nach Formel 1-Regeln durchgeführt (zu diesem Zeitpunkt jedoch kein offizieller Lauf der WM). Jim Clark gewann im Lotus 25, bemerkenswert war jedoch, dass Ferrari an diesem Rennen gar nicht teilnahm. Der erste Lauf der Motorrad WM fand 1969 statt, allerdings ohne Beteiligung von MV Agusta.

Über die Jahre wurde die Strecke durch Baumaßnahmen immer mehr erweitert. Was vorher noch eine öffentliche Straße war, sah immer mehr nach Rennstrecke aus: Es wurden Tribünen gebaut, Streckenbegrenzungen und eine neue Boxenanlage errichtet. Die Belohnung für die Mühen erfolgte 1979 durch den ersten Grand Prix der Formel 1. Zur WM zählte dieses Rennen allerdings erst im nächsten Jahr als in Imola (unter großem Protest der Verantwortlichen in Monza) der Große Preis von Italien stattfand. Im nächsten Jahr fand man hierfür eine Lösung indem Imola zum Austragungsort des Großen Preises von San Marino wurde. Wie bei vielen Kursen wurde die Sicherheit, insbesondere durch mangelnde Auslaufzonen, kritisiert. Immer wieder wurden daher neue und bei den Fahrern nicht allzu beliebte Schikanen in den Kurs eingebaut.

Große Sicherheitsbedenken gab es jedoch auch noch Mitte der 1980er Jahre wegen der schnellen Tamburello Kurve. Extreme Bodenwellen und eine kleine Auslaufzone wegen des dahinter verlaufenden Flusses machten den Verantwortliche Sorgen, besonders nach den Unfällen von Nelson Piquet und Gerhard Berger an dieser Stelle.

Zur Tragödie kam es 1994. Zunächst verunfallte Rubens Barrichello im Training in der Variante Bassa, kam allerdings glücklicherweise nur mit leichten Verletzungen davon. 12 Jahre nach dem letzten tödlichen Unfall in der Formel 1 von Ricardo Paletti, kam am Samstag der Österreicher Roland Ratzenberger bei einem Abflug ums Leben. Im folgenden Rennen verletzten sich zunächst beim Start einige Zuschauer durch umherfliegende Trümmerteile. Nach dem Restart hinter dem Safety Car ereignete sich in der 7. Runde der tragische Unfall von Ayrton Senna. Das Rennen wurde dennoch neu gestartet, wobei sich noch Mechaniker durch ein loses Rad verletzten.

Diese und weitere Unfälle und die wieder aktivierte Grand Prix Drivers’ Association bewirkten zahlreiche Änderungen. Seitdem wird mehr Wert auf die Sicherheit vieler Rennstrecken und die der Wagen gelegt, die Sicherheit der Fahrer wurde erhöht. In Imola wurden daraufhin Schikanen in der Tamburello-Kurve und vor der Tosa-Kurve (benannt nach Gilles Villeneuve) eingebaut, welche die Geschwindigkeiten erheblich drosselten. Andere Stellen wie die Variante Alta wurden ebenfalls entschärft.

Viele Jahre blieb Imola noch im Kalender der Formel 1, jedoch forderte die Königsklasse immer wieder Modernisierungen. Die FIA strich schließlich im Jahr 2006 Imola aus dem Kalender und forderte weitere Neuerungen an der Strecke. Diese wurden in den Folgejahren auch gemacht, führten allerdings wiederum zu finanziellen Problemen der Betreibergruppe. Einzelne Rennevents, wie z.B. die Superbike WM, wurden weiterhin in Imola gefahren. Durch eine Neuasphaltierung erhielt die Strecke 2011 auch endlich den Grade 1 Status von der FIA zurück, was zumindest wieder Testfahrten der Formel 1 ermöglichte. Durch die Corona-Pandemie waren 2020 auf einmal die Betreiber der Formel 1 auf der Suche nach Strecken und Imola konnte den Grand Prix der Emilia Romagna veranstalten. Das Event war ein Erfolg, sodass Imola seinen Platz im Formel 1 Kalender zurück hat.

Vorschau auf das Rennen

Wie schon in Zolder erwartet die Fahrer in Snetterton eine enge, kurvenreiche Strecke. Hier die richtige Abstimmung zu finden, ist mit den GT3 Autos gar nicht so einfach, zumal es nicht besonders viele Überholmöglichkeiten gibt.
Ähnlich wie im letzten Rennen, wird es vor allem für die Fahrer mit “Bonus”-Sekunden darauf ankommen , sich mit möglichst freier Fahrt etwas vom Feld abzusetzen um hier eine gute Platzierung zu erzielen. Davon betroffen sind Eduard Wiens (35), Marcus Hartmann (20), Christian Fleißner (15) und Michael Huck (15).

Den Stream gibt es wie gewohnt bei Rennzeit-TV zu sehen.

NameAutodromo Internazionale Enzo e Dino Ferrari
Länge4,909 km
Quali18:00 Uhr
Rennenca. 19:25
Rennlänge70 min.
BoxenstopfensterNein
 Pflichtboxenstop Ja, ohne Tank-oder Reifenwechselpflicht
Beitragsbild © United-SimRacer.eu
Streckeninfos RacingCircuits.info

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